Meine Commodore-Computer

von Olaf Zimmermann

 

Warum gerade Commodore?

Commodore begleitet meine Beschäftigung mit Computern wie kaum eine andere Marke. Von keiner anderen Firma habe ich mehr Modelle in meiner kleinen Sammlung. Die Commodore-Systeme verbanden früh eine technisch transparente Architektur mit einer sehr großen Verbreitung im privaten, schulischen und semiprofessionellen Bereich. Vom VC-20 über den C64 bis zum Amiga deckt Commodore nahezu alle Entwicklungsstufen des Heimcomputers ab: vom günstigen Einstiegssystem über den universellen 8-Bit-Standard bis hin zum leistungsfähigen Multimedia-Rechner.

Besonders reizvoll ist für mich die klare Hardware-Struktur der Commodore-Rechner: 6502-basierte Systeme mit gut dokumentierten Schnittstellen, direktem Zugriff auf Grafik- und Sound-Hardware und einer engen Verzahnung von BASIC, Betriebssystem und Maschine. Commodore-Computer laden bis heute dazu ein, verstanden, untersucht und praktisch genutzt zu werden.

Commodore wurde 1954 von Jack Tramiel gegründet und begann als Hersteller von Büromaschinen. In den 1970er-Jahren entwickelte sich das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Computerhersteller weltweit. Mit dem PET 2001 brachte Commodore 1977 einen der ersten Komplett-Mikrocomputer auf den Markt.

In den 1980er-Jahren dominierte Commodore den Heimcomputermarkt mit dem VC-20, dem Commodore 64 und später dem C128. Der C64 wurde zum meistverkauften Computer der Geschichte. Mit dem Amiga betrat Commodore ab 1985 die 16/32-Bit-Welt und setzte technisch neue Maßstäbe bei Grafik und Sound.

Fehlentscheidungen im Management führten jedoch trotz technischer Stärke zum wirtschaftlichen Niedergang. 1994 meldete Commodore Insolvenz an. Das technische Erbe der Marke wirkt bis heute in Retro-Computing, Homebrew-Projekten und moderner Hardware fort.

Nach der Insolvenz von 1994 wechselten die Markenrechte mehrfach den Besitzer. Seit 2025 wird der Name Commodore erneut genutzt, um wieder Computer unter dieser Marke anzubieten. Dabei handelt es sich um moderne Systeme, die technisch keine direkten Nachfolger der historischen Commodore-Rechner sind, sich jedoch gestalterisch und konzeptionell auf deren Erbe beziehen.

 

Hier meine Commodore-Modelle:

Modell Jahr CPU RAM Seriennummer Produktionsphase (geschätzt) Einordnung
Commodore VC-20 1981 MOS 6502 5 kB A138079 frühe Serie (ca. 1981 bis frühes 1982) Früher Heimcomputer, Einstiegssystem
Commodore 64 (Brotkasten) 1982 MOS 6510 64 kB WDS 44249 frühe Serie (1982) Standard-Heimcomputer der 1980er
Commodore 64 (Brotkasten) 1982 MOS 6510 64 kB U.K.B: 594750 mittlere Serie (1982 - 1983) Standard-Heimcomputer der 1980er
Commodore Plus/4 1984 MOS 7501 / 8501
(6502-kompatibel)
64 kB (folgt) (folgt) 264-Reihe, Büro-orientierter Heimcomputer
Commodore 8296 1984 MOS 6502 128 kB WG 1874 frühe Serie (1984) Professioneller PET/CBM-Rechner
Commodore 128 1985 8502 + Z80A 128 kB DA4 84702 mittlere Serie (ab 1985) Multimode-8-Bit-System
Commodore 128 1985 8502 + Z80A 128 kB DA4 98819 mittlere Serie (ab 1985) Multimode-8-Bit-System
Commodore 64C 1986 MOS 6510 / 8500 64 kB HB5 153351E späte Serie (ab 1986) Modernisierte C64-Version
Commodore 64C 1986 MOS 6510 / 8500 64 kB HB4 1377211E späte Serie (ab 1986) Modernisierte C64-Version
Commodore Amiga 500 1987 Motorola 68000 512 kB 965827 frühe bis mittlere Serie (späte 1980er) 16/32-Bit-Übergang, Multimedia-System
Commodore Amiga 500 1987 Motorola 68000 512 kB HKC S/N 1187063 mittlere bis späte Serie (späte 1980er) 16/32-Bit-Übergang, Multimedia-System

 

Die Angaben zur Produktionsphase beruhen auf Seriennummernvergleichen und bekannten Produktionszeiträumen der jeweiligen Modelle. Exakte Datierungen lassen sich aus Commodore-Seriennummern in der Regel nicht ableiten. Fehler sind in einer solchen Auflistung nicht gänzlich zu vermeiden. Ich freue mich über jeden Hinweis.

  1. Commodore 128 (1985)
    Der Commodore 128 wurde 1985 vorgestellt und vereint zwei Prozessoren: den 8502 (bis 2 MHz) und den Z80A. Damit unterstützt er C64-Software, CP/M und BASIC 7.0. Mit 128 kB RAM, getrennten Videomodi und drei Betriebsarten war er das vielseitigste 8-Bit-System von Commodore. Er markiert den technologischen Abschluss der klassischen Commodore-8-Bit-Ära.
  2. Commodore 64 Brotkasten (1982)
    Der originale C64 erschien 1982 mit MOS 6510, 1,02 MHz (PAL), 64 kB RAM, VIC-II-Grafik und SID-6581-Sound. Er wurde zum meistverkauften Heimcomputer der Geschichte. Seine modulare Architektur, große Softwarebasis und robuste Hardware machten ihn zur Ikone der 1980er. Die Brotkasten-Version steht für den ursprünglichen Commodore-Look und die klassische C64-Erfahrung.
  3. Commodore 64C (1986)
    Der C64C wurde ab 1986 produziert und bringt ein flacheres Gehäuse, ein überarbeitetes Board und den SID 8580. Der VIC-IIE-Chip verbessert Bildqualität und Stromverbrauch. Technisch kompatibel, aber modernisiert, repräsentiert er die späte Reifephase des C64-Systems.
  4. Commodore 8296 (1984)
    Der Commodore 8296 erschien 1984 als professioneller CBM/PET-Rechner mit 6502, 128 kB RAM und BASIC 4.0. Er besitzt einen integrierten Monitor und den IEEE-488-Bus, der industrielle Peripherie erlaubt. Das Modell richtete sich an Labore, Bildungseinrichtungen und Büroumgebungen. Es ist einer der letzten Vertreter der PET-Reihe und steht für robuste Profi-8-Bit-Architektur.
  5. Commodore Plus/4 (1984)
    Der Commodore Plus/4 wurde 1984 als Heimcomputer der Commodore-264-Reihe eingeführt. Er basiert auf einem 7501 CPU (kompatibel zu 6502). Mit 64 kB RAM und integrierter Bürosoftware im ROM (Text, Tabellenkalkulation, Datenbank, Grafik) zielte das System auf den Einstieg in produktive Anwendungen, blieb aber zugleich ein klassischer 8-Bit-Heimcomputer. Der Plus/4 markiert innerhalb der Commodore-Linie einen eigenständigen Seitenzweig neben VC-20, C64 und C128.
  6. Commodore VC-20 (1981)
    Der Commodore VC-20 (international VIC-20) wurde 1981 als früher Commodore-Heimcomputer eingeführt und basiert auf einem MOS 6502. Er besitzt 5 kB RAM, BASIC im ROM und den VIC-Videochip, der zugleich Grafik und einfachen Sound bereitstellt. Programme und Erweiterungen können über Steckmodule genutzt werden; Massenspeicher und Peripherie werden über den Commodore-IEC-Serienbus angebunden. Der VC-20 steht für den frühen, kostengünstigen Einstieg in den Heimcomputermarkt vor dem C64.
  7. Commodore Amiga 500 (1987)
    Der Amiga 500 erschien 1987 als 16-Bit-Heimcomputer auf Basis des Motorola 68000. Er kombiniert CPU und Custom-Chips für Grafik und Sound und war auf Multimedia und Spiele optimiert. Das Betriebssystem (AmigaOS) unterstützt Multitasking und eine grafische Benutzeroberfläche. Der Amiga 500 steht in meiner Sammlung für den Übergang von klassischen 8-Bit-Heimcomputern zu den leistungsfähigeren 16/32-Bit-Systemen der späten 1980er Jahre.

 

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