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Meine Commodore-Computer
von Olaf Zimmermann
Commodore 8296 mit Commodore CBM 3022 Drucker und Commodore Datasette
Warum gerade Commodore?
Commodore begleitet meine Beschäftigung mit Computern wie kaum eine andere Marke.
Die Commodore-Systeme verbanden früh eine technisch transparente Architektur mit einer sehr großen
Verbreitung im privaten, schulischen und semiprofessionellen Bereich. Auch im professionellen Bereich waren
Commodore-Computer erfolgreich vertreten.
Vom frühen
VC-20
über den
C64,
über den
C16 der 264-Reihe
und den professionellen
CBM 610 sowie den
CBM 8296
über den
Amiga 500
bis zum
Amiga 600
deckt Commodore in meiner kleinen Sammlung mehrere entscheidende Entwicklungsstufen ab:
vom professionellen All-in-One-Mikrocomputer für Büro, Schule und Labor über den günstigen
Heimcomputer und den universellen 8-Bit-Standard bis hin zum leistungsfähigen
Multimedia-Rechner.
Das Titelbild zeigt den Commodore 8296
zusammen mit dem Commodore CBM 3022 Drucker und einer Commodore Datasette.
Gerade diese Kombination macht für mich die besondere Schönheit damaliger Büroausstattung sichtbar:
Computer und Peripheriegeräte bildeten ein unverwechselbares Ensemble, dessen Gestaltung
den professionellen Charakter der frühen Mikrocomputerzeit vermittelt.
Besonders reizvoll ist für mich die klare Hardware-Struktur der Commodore-Rechner:
von den 6502-basierten Systemen mit gut dokumentierten Schnittstellen bis zur
68000-basierten Amiga-Familie mit ihren spezialisierten Grafik- und Sound-Chips.
Die enge Verzahnung von Hardware, Betriebssystem und Maschine lädt bis heute dazu ein,
Commodore-Computer zu verstehen, zu untersuchen und praktisch zu nutzen.
Commodore wurde 1954 von Jack Tramiel gegründet und begann als Hersteller von
Büromaschinen. In den 1970er-Jahren entwickelte sich das Unternehmen zu einem der
bedeutendsten Computerhersteller weltweit. Mit dem PET 2001 brachte Commodore
1977 einen der ersten Komplett-Mikrocomputer auf den Markt.
In den 1980er-Jahren dominierte Commodore den Heimcomputermarkt mit dem
VC-20,
dem
Commodore 64
und später dem
C128.
Der
C64
wurde zum meistverkauften Computer der Geschichte. Mit dem Amiga betrat Commodore ab 1985 die 16/32-Bit-Welt und setzte
technisch neue Maßstäbe bei Grafik und Sound.
Fehlentscheidungen im Management führten jedoch trotz technischer Stärke zum
wirtschaftlichen Niedergang. 1994 meldete Commodore Insolvenz an.
Das technische Erbe der Marke wirkt bis heute in Retro-Computing,
Homebrew-Projekten und moderner Hardware fort.
Nach der Insolvenz von 1994 wechselten die Markenrechte mehrfach den Besitzer.
Seit 2025 wird der Name Commodore erneut genutzt, um wieder Computer unter
dieser Marke anzubieten. Dabei handelt es sich um moderne Systeme, die technisch
keine direkten Nachfolger der historischen Commodore-Rechner sind, sich jedoch
gestalterisch und konzeptionell auf deren Erbe beziehen.
Zeitstrahl: Commodore-Computer in meiner Sammlung
Hier meine Commodore-Modelle:
| Modell |
Jahr |
CPU |
RAM |
Seriennummer |
Produktionsphase (geschätzt) |
Maximale Farben |
Sound |
Einordnung |
| Commodore VC-20 |
1981 |
MOS 6502 |
5 kB |
A138079 |
frühe Serie (ca. 1981 bis frühes 1982) |
16 Farben |
3 Stimmen (VIC) |
Früher Heimcomputer, Einstiegssystem |
| Commodore 64 (Brotkasten) |
1982 |
MOS 6510 |
64 kB |
WDS 44249 |
frühe Serie (1982) |
16 Farben |
3 Stimmen + Filter (SID 6581) |
Standard-Heimcomputer der 1980er |
| Commodore 64 (Brotkasten) |
1982 |
MOS 6510 |
64 kB |
U.K.B: 594750 |
mittlere Serie (1982 - 1983) |
16 Farben |
3 Stimmen + Filter (SID 6581) |
Standard-Heimcomputer der 1980er |
| Commodore CBM 610 |
1983 |
MOS 6509 2 MHz |
128 kB |
WG 00632 |
frühe Serie (geschätzt) |
1 Farbe (Monochrom, 80 × 25 Zeichen) |
3 Stimmen + Filter (SID 6581) |
Professioneller CBM-II/B-Series-Rechner |
| Commodore C16 |
1984 |
MOS 7501 / 8501 (6502-kompatibel) |
16 kB |
DA4 32753 |
frühe Serie (geschätzt, 1984) |
121 Farben |
2 Stimmen (TED) |
Günstiger Heimcomputer der 264-Reihe; 16-kB-Einstiegsmodell |
| Commodore Plus/4 |
1984 |
MOS 7501 / 8501 (6502-kompatibel) |
64 kB |
DA4 65810 |
mittlere Serie (1984 - 1985) |
121 Farben |
2 Stimmen (TED) |
264-Reihe, Büro-orientierter Heimcomputer |
| Commodore 8296 |
1984 |
MOS 6502 |
128 kB |
WG 1874 |
frühe Serie (1984) |
1 Farbe (Monochrom) |
1 Stimme (Beeper) |
Professioneller PET/CBM-Rechner |
| Commodore 128 |
1985 |
8502 + Z80A |
128 kB |
DA4 84702 |
mittlere Serie (ab 1985) |
16 Farben |
3 Stimmen + Filter (SID 8580) |
Multimode-8-Bit-System |
| Commodore 128 |
1985 |
8502 + Z80A |
128 kB |
DA4 98819 |
mittlere Serie (ab 1985) |
16 Farben |
3 Stimmen + Filter (SID 8580) |
Multimode-8-Bit-System |
| Commodore 64C |
1986 |
MOS 6510 / 8500 |
64 kB |
HB5 153351E |
späte Serie (ab 1986) |
16 Farben |
3 Stimmen + Filter (SID 8580) |
Modernisierte C64-Version |
| Commodore 64C |
1986 | MOS 6510 / 8500 | 64 kB | HB4 1190648 |
späte Serie (ab 1986) | 16 Farben |
3 Stimmen + Filter (SID 8580) | Modernisierte C64-Version |
| Commodore Amiga 500 |
1987 |
Motorola 68000 |
512 kB |
965827 |
frühe bis mittlere Serie (späte 1980er) |
32 Farben (Standard), 64 (EHB), 4096 (HAM) |
4 Stimmen PCM (Paula) |
16/32-Bit-Übergang, Multimedia-System |
| Commodore Amiga 500 |
1987 |
Motorola 68000 |
512 kB |
HKC S/N 1187063 |
mittlere bis späte Serie (späte 1980er) |
32 Farben (Standard), 64 (EHB), 4096 (HAM) |
4 Stimmen PCM (Paula) |
16/32-Bit-Übergang, Multimedia-System |
| Commodore Amiga 600 |
1993 |
Motorola 68000 7,14 MHz (PAL) |
1 MB Chip-RAM |
M 240209 |
späte Serie (August 1993) |
32 Farben (Standard), 64 (EHB), 4096 (HAM) |
4 Stimmen PCM (Paula) |
Kompakter Amiga mit ECS, IDE und PCMCIA |
- Commodore 128 (1985)
Der Commodore 128 wurde 1985 vorgestellt und vereint zwei Prozessoren: den 8502 (bis 2 MHz) und den Z80A.
Damit unterstützt er C64-Software, CP/M und BASIC 7.0.
Mit 128 kB RAM, getrennten Videomodi und drei Betriebsarten war er das vielseitigste 8-Bit-System von Commodore.
Er markiert den technologischen Abschluss der klassischen Commodore-8-Bit-Ära.
- Commodore 64 Brotkasten (1982)
Der originale C64 erschien 1982 mit MOS 6510, 1,02 MHz (PAL), 64 kB RAM, VIC-II-Grafik und SID-6581-Sound.
Er wurde zum meistverkauften Heimcomputer der Geschichte.
Seine modulare Architektur, große Softwarebasis und robuste Hardware machten ihn zur Ikone der 1980er.
Die Brotkasten-Version steht für den ursprünglichen Commodore-Look und die klassische C64-Erfahrung.
- Commodore CBM 610 (1983)
Der CBM 610 gehört zur professionellen CBM-II- bzw. B-Series und ist die europäische Ausführung des B128/B128-80.
Er arbeitet mit einem MOS 6509 bei 2 MHz, besitzt 128 kB RAM, BASIC 4.0 und eine monochrome 80-Zeichen-Darstellung.
Ungewöhnlich für einen Bürorechner dieser Zeit ist der SID 6581 mit drei Stimmen. IEEE-488 und eine echte RS-232-Schnittstelle
machen den Rechner besonders für professionelle Anwendungen, Mess- und Laborumgebungen interessant. In meiner Sammlung
bildet er eine wichtige Brücke zwischen den klassischen PET/CBM-Systemen und Commodores späteren Heimcomputern.
Das Gerät trägt die sehr frühe Seriennummer WG 00632 und wurde in Westdeutschland gefertigt.
- Commodore 64C (1986)
Der C64C wurde ab 1986 produziert und bringt ein flacheres Gehäuse, ein überarbeitetes Board und den SID 8580.
Der VIC-IIE-Chip verbessert Bildqualität und Stromverbrauch.
Technisch kompatibel, aber modernisiert, repräsentiert er die späte Reifephase des C64-Systems.
- Commodore 8296 (1984)
Der Commodore 8296 erschien 1984 als professioneller CBM/PET-Rechner mit 6502, 128 kB RAM und BASIC 4.0.
Er besitzt einen integrierten Monitor und den IEEE-488-Bus, der industrielle Peripherie erlaubt.
Das Modell richtete sich an Labore, Bildungseinrichtungen und Büroumgebungen.
Es ist einer der letzten Vertreter der PET-Reihe und steht für robuste Profi-8-Bit-Architektur.
- Commodore C16 (1984)
Der Commodore C16 gehört zur 264-Reihe und wurde 1984 als preisgünstiger Heimcomputer unterhalb des Plus/4 eingeführt.
Er verwendet eine MOS-7501/8501-CPU, besitzt 16 kB RAM und den TED-Chip für Grafik und zweistimmigen Sound.
Mit seiner Palette von 121 Farben war er grafisch deutlich farbenreicher als VC-20 und C64, blieb wegen des knappen Arbeitsspeichers
und der fehlenden C64-Kompatibilität jedoch ein eigenständiger Seitenzweig der Commodore-Heimcomputer.
- Commodore Plus/4 (1984)
Der Commodore Plus/4 wurde 1984 als Heimcomputer der Commodore-264-Reihe eingeführt.
Er basiert auf einer 7501-CPU (6502-kompatibel). Mit 64 kB RAM und integrierter Bürosoftware im ROM
(Text, Tabellenkalkulation, Datenbank, Grafik) zielte das System auf den Einstieg in produktive Anwendungen,
blieb aber zugleich ein klassischer 8-Bit-Heimcomputer. Der Plus/4 markiert innerhalb der Commodore-Linie einen
eigenständigen Seitenzweig neben VC-20, C64 und C128.
- Commodore VC-20 (1981)
Der Commodore VC-20 (international VIC-20) wurde 1981 als früher Commodore-Heimcomputer eingeführt und basiert auf einem MOS 6502.
Er besitzt 5 kB RAM, BASIC im ROM und den VIC-Videochip, der zugleich Grafik und einfachen Sound bereitstellt.
Programme und Erweiterungen können über Steckmodule genutzt werden; Massenspeicher und Peripherie werden über den
Commodore-IEC-Serienbus angebunden. Der VC-20 steht für den frühen, kostengünstigen Einstieg in den Heimcomputermarkt
vor dem C64.
- Commodore Amiga 500 (1987)
Der Amiga 500 erschien 1987 als 16-Bit-Heimcomputer auf Basis des Motorola 68000.
Er kombiniert CPU und Custom-Chips für Grafik und Sound und war auf Multimedia und Spiele optimiert.
Das Betriebssystem (AmigaOS) unterstützt Multitasking und eine grafische Benutzeroberfläche.
Der Amiga 500 steht in meiner Sammlung für den Übergang von klassischen 8-Bit-Heimcomputern zu den
leistungsfähigeren 16/32-Bit-Systemen der späten 1980er Jahre.
- Commodore Amiga 600 (1993)
Der besonders kompakte Amiga basiert auf dem Motorola 68000 mit 7,14 MHz. Er besitzt 1 MB Chip-RAM und den
ECS-Chipsatz sowie einen eingebauten IDE-Controller und einen PCMCIA-Steckplatz. Gegenüber dem Amiga 500 ist
das Gehäuse deutlich kleiner; auf einen numerischen Tastenblock wurde verzichtet.
Zusatzgeräte in meiner Sammlung:
| Zusatzgerät |
Jahr |
Typ |
Seriennummer |
Besonderheit |
| Commodore CBM 3022 |
ca. 1980 |
Matrixdrucker |
J-112902 |
Professioneller IEEE-488-Drucker für PET/CBM-Systeme; typische Büroperipherie der frühen Commodore-Mikrocomputer. |
| Commodore CBM 8050 Dual Floppy |
ca. 1980 |
Dual-5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk |
8102359 |
Professionelles „intelligentes“ IEEE-488-Doppellaufwerk mit eigener CPU, Arbeitsspeicher und CBM DOS. Zwei einseitige Double-Density-Laufwerke mit rund 512 kB je Diskette; typische Massenspeicher-Peripherie für PET/CBM- und CBM-II-Systeme. Typenschild: 220 V ~, 0,3 A, 50 Hz; Made in U.S.A. |
| 2 × Commodore Datasette |
1980er |
Kassettenlaufwerk |
JO4 809646 JA 0708677 |
Speichert Programme und Daten auf Compact Cassette; charakteristisches Massenspeichergerät der Commodore-Heimcomputer. |
| 3 × Commodore 1541-II |
1988 |
5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk |
AA3 027181 AA3 185675 BLS 068169 |
Kompaktere, extern versorgte Weiterentwicklung der 1541 und typisches Laufwerk für C64 und C128.
Bemerkenswert ist, dass die 1541-II selbst ein eigenständiges Computersystem ist: Sie besitzt einen eigenen Prozessor,
eigenen Arbeitsspeicher und ein eigenes DOS im ROM und führt Laufwerksbefehle selbstständig aus. |
Die Angaben zur Produktionsphase beruhen auf Seriennummernvergleichen und bekannten
Produktionszeiträumen der jeweiligen Modelle. Exakte Datierungen lassen sich aus
Commodore-Seriennummern in der Regel nicht ableiten. Fehler sind in einer solchen Auflistung
nicht gänzlich zu vermeiden. Ich freue mich über jeden Hinweis.
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